Ehrenamtliche

Bei TABULA sind kontinuierlich ca. 70 ehrenamtliche Bildungspaten*innen tätig. Sie kennen und unterstützen das Konzept von TABULA. Sie orientieren sich bei ihrer Arbeit an dem ganzheitlichen Bildungsverständnis. Die Ehrenamtliche bestimmen selbst, in welchem Umfang und mit welchem Arbeitsschwerpunkt sie bei TABULA tätig werden möchten. Sie begleiten die Kinder oder Jugendlichen und machen ihnen immer wieder Mut ihren Weg zu finden und zu gehen.

  • Lesepaten*innen an Schulen konzentrieren sich auf die Förderung der Lesekompetenz. Sie ist die wichtigste Voraussetzung für schulischen Erfolg. Kinder einer Jahrgangsklasse unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Lese-Entwicklung bisweilen um mehrere Jahre. Solche Verzögerungen können durch geduldige und kontinuierliche Unterstützung verringert oder aufgeholt werden. Dazu gehört vor allem, Freude am Lesen zu vermitteln. Inhaltliches Interesse, Lernfreude und Motivation sind notwendige Voraussetzungen für gelingendes Lernen.
  • Bildungspaten*innen an Schulen unterstützen Lehrkräfte in Absprache bei der Betreuung von Kindern und Jugendlichen. Sie leisten konkrete Hilfe und unterstützen beim fachlichen Lernen. Gemeinsam mit ihnen finden die Bildungspaten*innen heraus, welche Interessen und Stärken die Kinder und Jugendlichen haben, wo sie in ihrer Entwicklung stehen und wie der nächste Schritt erreicht werden kann. Dabei leisten sie aktive Unterstützung und geben auch Anregungen, zum Beispiel zum Besuch kultureller Veranstaltungen.
  • Bildungsbegleiter*innen an Nachmittagen in den Räumen von TABULA leisten Hausaufgabenhilfe, übernehmen und beteiligen sich an der Vorbereitung und Durchführung von thematischen Angeboten oder Unternehmungen und helfen bei der Herstellung von Materialien zum Sprachunterricht. Auch sie begleiten und unterstützen die Kinder und Jugendlichen individuell.
  • Betreuer*innen von Ferienschulen planen und organisierten im Team thematische Ferienangebote aus allen Bereichen unserer Kultur oder sie unterstützen professionelle Anbieter im ganzen Stadtgebiet. Eigene Ideen und Themen können gerne eingebracht werden.

Die ehrenamtlichen Bildungspaten*innen sind Teil von TABULA. Diese Zugehörigkeit wird durch einander ergänzende Veranstaltungsformate gefördert und gefestigt:

  • Eine Einführung in das Konzept von TABULA erhalten alle Bildungspaten*innen in einem speziellen Workshop.
  • Fortbildungsveranstaltungen unterstützen und fördern die Arbeit der Bildungspaten*innen. Es gibt spezielle Angebote, z.B.: zur Leseförderung und solche zu allgemein interessierenden Themen. Gerne können die Freiwilligen Wünsche äußern.
  • Ein regelmäßiger Austausch in geselliger Runde bietet die Möglichkeit von den eigenen Erfahrungen zu berichten, von denen anderer zu erfahren und einander zu beraten.
  • Gemeinsame Unternehmungen und Feiern bringen alle „TABULANER“ zusammen. Dazu gehören z.B. Treffen an besonderen Orten mit anschließendem Zusammensein.
  • Besuche kultureller Einrichtungen und Events (z.B. Theater-Aufführungen) werden für die Freiwilligen und ihre Förderkinder angeboten. Siehe auch: Gemeinsamer Ausflug zur Burg Ravensberg oder zum „Peter August Böckstiegel“-Museum

Einblicke

Interviews mit Ehrenamtlichen (Bitte auf das Bild klicken)

  • Laura (29 Jahre): „Ich engagiere mich für TABULA, da ich Bildungsgerechtigkeit wichtig finde und Kinder dabei unterstützen möchte, ihr Potenzial (sowohl schulisches als auch persönliches) zu entfalten.Das Besondere an der Arbeit bei TABULA ist für mich die entspannte Atmosphäre, die tolle Kooperation mit den Schulen und die Breite des Angebots, da ja sowohl im Schulalltag unterstützt werden kann, als auch Freizeitaktivitäten und Kultur mit den Bildungspaten*innen erlebt werden kann.“
  • Jochen, Betreuer seit 10 Monaten (69 Jahre): „Ich bin froh, dass ich jungen Schülern, die Hilfe brauchen, beim Lernen helfen kann, ferner sie etwas motivieren kann, wenn es nicht gleich klappt. Die beiden Schüler, kommend aus dem Irak/bzw. Syrien haben ihre Schwierigkeiten mit dem Lesen, der deutschen Sprache und Schrift, sind jedoch lernwillig und eifrig bei der Sache. Sie sind auch dankbar, wenn ich etwas erklärt oder bei den Schularbeiten verständlich machen konnte. Ich gehe gerne zu den Schülern und freue mich auch über deren dankbare Rückmeldung. Auch die Klassenleiterin bedankt sich jedesmal für meine Unterstützung. Ohne den Verein TABULA hätte ich diesen Kontakt nicht bekommen. Also ich kann mein Wissen und Kenntnisse an jüngere Menschen weitergeben, von denen kommt mindestens ein Dankeschön als Anerkennung zurück und ich habe das Gefühl, Menschen geholfen zu haben.“
  • Lena, Betreuerin seit 1,5 Jahren, Studentin Lehramt (21 Jahre): „Mir gefällt es besonders für die jüngere Generation zu arbeiten, weil all diese Kinder unsere Zukunft sind. Ich möchte durch mein Engagement dafür sorgen, dass diese Kinder einen erleichterten Start in die Schul- und/oder Berufswelt erhalten und ein glückliches Leben führen können.“
  • Gerlinde, langjährige Betreuerin (72 Jahre): „Als Lehrerin im Ruhestand habe ich Spaß daran, gemeinsam mit Studierenden und jüngeren Ehrenamtlichen zu arbeiten – Erfahrung trifft auf neue Perspektiven. Wir lernen voneinander, sind offen für Neues und das zum Wohle unserer „Schützlinge“. Ich bin der Meinung, dass es in unserem Land zu viele Kinder und Jugendliche gibt, die in der Schule, die in unserer Gesellschaft abgehängt werden. Ich möchte ihnen mit meinem Einsatz bei TABULA einen Teil zurückgeben, um ihre Chancen in der Schule und im Leben zu verbessern.  Wir sind ein großes, ehrenamtliches Team bei TABULA. Wir haben alle das Ziel, unsere Kinder und Jugendlichen zu fördern und zu unterstützen. Dafür setzen wir unsere Zeit und Energie gerne ein.“
  • Jeeman, Teilnehmerin und Betreuerin, in Ausbildung (20 Jahre): „Ich bin schon seit langem bei TABULA mit dabei und habe selber schon bei der Ferienschule die Betreuung mitgemacht. Außerdem bekomme ich zweimal die Woche Förderung von Tabula. Ich finde es sehr gut, dass jeder bei Tabula mitmachen kann. Das erkennt man daran, wenn wir Ausflüge zusammen machen, dass viele unterschiedliche Kinder, Jugendliche und Betreuer dabei sind. Ich bin froh, dass es bei Tabula keine Altersbegrenzung gibt. Danke an alle, die so vielen Kindern und Jugendlichen geholfen haben.“     
  • Marianne, langjährige Betreuerin (70 Jahre): „Ich arbeite sehr gerne bei TABULA, da das Angebot so vielfältig ist und ich mich an vielen Stellen einbringen kann. Ich habe Kontakt mit unterschiedlichen Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsen aus Grundschulen und weiterführenden Schulen. Viele haben einen Fluchthintergrund. Zum Teil begleite ich schon sie sehr lange und wir sind uns sehr vertraut. Für mich ist es toll, so eine individuelle Möglichkeit und anspruchsvolle Aufgabe gefunden zu haben. Unser Nachmittags-Team besteht aus jungen Studierenden, einer berufstätigen Mutter und Menschen nach der Arbeitsphase (Alter von 23 bis 80 Jahre).“      
  • Dieter, Betreuer seit Vereinsgründung und Schatzmeister (80 Jahre): „Ich bin seit über 15 Jahren bei Tabula. Im Vorstand von TABULA kann ich seit vielen Jahren meine Fähigkeiten in Organisation und Verwaltung als Schatzmeister gut einbringen. Für mich gibt es seit damals zwei Besonderheiten: Dass der Verein seitdem vor allem von Ehrenamtlichen getragen wird und zunehmend von kleinen Anfängen an so weit wachsen ist und daher bestehen bleiben konnte und dass er sich neuen Anforderungen (z.B. der Flüchtlingssituation ab 2015 oder aktuell auch neuen Herausforderungen wie der Digitalisierung der Schulen) stellen konnte. ‚Generationenübergreifend‘ ist ein besonderes vielfältiges Merkmal von TABULA: In einzelnen Gruppen, in denen Kinder und Jugendliche oft sehr verschiedenen Alters fruchtbar zusammenarbeiten. Und in Gruppen von Ehrenamtlichen, in denen junge Heranwachsende, Studierende, Ältere noch in Arbeit und im Ruhestand engagiert und in gegenseitiger Achtung und gerne zusammenwirken. Diese Erfahrungen von Unterschiedlichkeit, Achtung und gemeinsamem zielgerichteten Begleiten von Kindern und Jugendlichen ist das Erfreuliche und Tragende unserer Tätigkeiten.“

Tipp

Dr. v. d. Groeben, Annemarie/ Hackenbroch-Krafft, Ida/ Husemann, Gudrun (2012): Lesen und Verstehen: Ein Buch mit vielen Praxis-Beispielen über Konzepte und Methoden der Leseförderung, das TABULA-Mitarbeiterinnen zu diesem Zweck geschrieben haben. (ISBN-10: 3866493894). Erhältlich auch in der Geschäftsstelle.

Zusammenfassung Ehrenamtlich Mitarbeit als Bildungspate*in TABULA

Impressionen